Vom Wesen des guten Klangs

Was macht Musik zu 'heilsamer' Musik?

von Maya Maria Tilg, 22. Februar 2016

Ein Lied, eine Melodie, ein Musikstück dringt durch unsere Gehörgänge in unseren Körper und wir spüren, dass die Musik etwas mit uns macht:
Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Inspiration, innere Bilder entstehen.
Unsere Stimmung verändert sich.

Wie kaum ein anderes Medium bewegt und berührt uns Musik auf allen Ebenen unserer sinnlichen als auch feinstofflichen Wahrnehmung.

Wir kennen auch den Unterschied zwischen harmonischem Wohlklang und Krawall. Wobei Musik natürlich immer auch Geschmackssache ist und bleibt. 
Und trotzdem: Es gibt da diesen feinen Unterschied.

Was macht Musik zu 'heilsamer' Musik?
(M)Ein Versuch, die Antwort auf diese Frage auf vier Parameter zu reduzieren:

 

1 Die Stimmung

Der natürliche Kammerton 432 Hz ist die Tonfrequenz, die mit dem Menschen, der Natur und dem Kosmos im Ein-Klang schwingt. Musik in 432 Hz hat eine fühlbar entspannende und heilsame Wirkung auf den Menschen, öffnet das Herz und verbindet mit Himmel und Erde.

Hz (=Hertz) gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an.
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde beinahe weltweit der künstliche Kammerton 440 Hz für die Stimmung von Musikinstrumenten einheitlich bestimmt.
 
In der Frequenz 432 Hz schwingen wir in Resonanz mit dem Ton der Erde.
Im Internet finden sich zahllose Berichte von Wissenschaftlern, die darüber berichten.
Ich stimme meine Gitarre schon seit Jahren auf den natürlichen Kammerton von 432 Hertz. 
Der Unterschied lässt sich fühlen.

 

2 Die Melodie

Auch wenn manche Komponisten sich bemühen, möglichst ausgefallene und komplizierte MelodieAbfolgen zu kreieren - unser O(h)rganismus mag das Einfache, Wiederkehrende, Wohlklingende und Wiedererkennbare.

Jedes Musikstück ist eine Einheit der Vielfalt. Es ist ein Zusammenspiel von Tonart, Melodie, Rhythmus, Takten, Akkorden, Stimmen, Instrumenten usw. Je harmonischer eine Musik für uns klingt, desto leichter kann sie in unser System eindringen. Wir sagen ja auch: Dieses Lied geht leicht ins Ohr.

Harmonische Melodien ermöglichen uns, in kürzester Zeit selbst miteinzustimmen und mitzusingen. Wir spüren Ein-Klang, Eintracht, Übereinstimmung, Verbundenheit.
Das wiederum lässt in uns Vertrauen und Sicherheit entstehen.  Das Gehirn kann sich zurück lehnen und entspannen. Es gibts nichts mehr zu kopfen. Teilen wir diesen Wohlklang gemeinsam singend mit anderen Menschen, wirkt dies wie ein Verstärker. Nicht nur in Kraft und Lautstärke.  Auch unser Körper-Geist-Seele-System bewegt sich stärker.
 Innere Sattheit, Freude und das gute Gefühl ganz im Moment zu sein sind nur wenige Beispiel einer langen Liste der positven Wirkung gemeinsamen Singens.

 

3 Der Text

Der Text selbst spielt, wenn es um die 'Wirkkraft Musik' geht, eine eher untergeordnete Rolle.
Damit Klang uns berührt, brauchen wir in der Regel keinen Text.

Es ist auch nicht zwingend notwendig, einen Text zu verstehen, was insbesondere die Forschungen mit Sanskrit-Mantras zeigen.
Sanskrit-Mantras nehmen ihren Weg nicht über unser Gehirn. Vor allem auch, weil unser Gehirn damit ohnehin nichts anzufangen weiss. Damit können diese Mantras ungehindert und auf direktem Weg über unsere subtilern Kanäle in unseren Organsimus eindringen.

Und sie wirken: Entspannend. Harmonisierend. Klärend. Heilsam.

Nachweislich!

Sanskrit gilt als eine der Ur-Sprachen der Erde, die bei den Hindus nach wie vor für spirituelle Rituale unerlässlich ist und nach wie vor auch für Heilzwecke eingesetzt wird.

Die Entstehung dieser Alt-Indischen Silben-Sprache wird auf 1200 v. Chr. datiert. Es heißt auch, Sanskrit sei die Mutter unserer Sprache. Eingedeutschte Wörter wie z.B. Orange, Yoga, Dschungel, Mandala, Kajal uva. wurden dem Sanskrit entlehnt.

Die Sanskrit-Forscherin und Autorin Jutta Marie Zimmermann schreibt:
Sanskrit ist mehr als eine Sprache. Sanskrit ist eine ordnende Kraft.

Und doch: Der Text eines Liedes kann auch sehr bedeutend sein.
Erinnern wir uns an den Unterschied zwischen einem gesprochenem und gesungenem Wort in einer Sprache, die wir verstehen. Gesungene Worte bzw. die tiefere Botschaft eines Liedes kann in uns ein intensives Erleben und Berührt-Sein auslösen und damit Worte in jene tieferen Schichten in uns transportieren, an die wir ohne der Begleitung von Musik nicht so einfach und ungehindert vordringen würden. Vor allem, weil uns nur allzuoft der Verstand im Weg steht.

Am Anfang war das Wort.

Worte sind Klang.
Somit war Klang vor der Materie.

Nada Brahma (Sanskrit) bedeutet: Die Welt ist Klang.

Genau das passiert beim heilsamen Singen, wenn wir die Worte verstehen, wir z.B. auf Deutsch oder Englisch singen. Ein Lied, dessen Botschaft wir mit unserem Geist 'erkennen', kann neue Erfahrungen ermöglichen und Vergessenes in Erinnerung rufen.

 

4 Die innere Haltung

Eine der wesentlichen Faktoren für die Wirkung von Musik ist, wie ich innerlich gestimmt bin und ob ich überhaupt bereit bin, den Klang tiefer in mich eindringen zu lassen.
 
Wenn wir offen sind, können harmonische Klänge ganz von selbst eine Veränderung unserer inneren Stimmung bewirken ... aus Stress wird Ruhe ... Ärger mündet in Dankbarkeit ... Kritik wird zu Wertschätzung ... innerer Lärm wird zu Stille ... Angst mündet in Vertrauen ... Groll in die Liebe usw.

Wenn wir singen, musizieren oder intuitiven Klängen und Tönen Raum geben,
können wir uns währenddessen auch ganz bewusst mit den guten universellen Kräften verbinden - mit Liebe, Wertschätzung, Dankbarkeit und Mitgefühl - um damit den harmonisch-heilsamen Klängen alle Türen und Tore in unser System - bis tief in die Zellstrukturen - zu öffnen.

  

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